Speed (USA 1994)

Speed ist ein US-amerikanischer Action-Thriller von Jan De Bont aus dem Jahr 1994. In den Hauptrollen spielen Keanu Reeves, Dennis Hopper und Sandra Bullock.

Er ist ein Cop aus der Anti-Terror-Einheit von Los Angeles. Und so ist der Alarm für Jack Traven nichts Ungewöhnliches: Ein Terrorist will drei Millionen Dollar erpressen, oder die zufälligen Geiseln in einem Aufzug fallen 35 Stockwerke in die Tiefe. Doch Jack schafft das Unmögliche - die Geiseln werden gerettet und der Terrorist stirbt an seiner eigenen Bombe. Scheinbar. Denn schon wenig später steht Jack dem Bombenexperten Payne erneut gegenüber.

Diesmal hat sich der Erpresser eine ganz perfide Mordwaffe ausgedacht: Er platziert eine Bombe in einem öffentlichen Bus. Der Mechanismus der Sprengladung schaltet sich automatisch ein, sobald der Bus schneller als 50 Meilen in der Stunde fährt und detoniert sofort, sobald die Geschwindigkeit sinkt.

Plötzlich wird für eine Handvoll ahnungsloser Durchschnittsbürger der Weg zur Arbeit zum Höllentrip - und nur Jack hat ihr Leben in der Hand. Als der Busfahrer verletzt wird, übernimmt Fahrgast Annie das Steuer. Doch wohin mit einem Bus, der nicht bremsen kann in der Stadt der Staus? Doch es kommt noch schlimmer: Payne will jetzt nicht nur "seine" drei Millionen Dollar. Er will Jack. Um jeden Preis.

Der Film erreichte bei den IMDb-Ratings eine überdurchschnittlich gute Bewertung von 7,1 von 10 bei 48.308 abgegebenen Stimmen (Stand: Juli 2007).

Rezensionen, Kritiken und Meinungen
asb sagte vor 19 Jahre 44 Wochen:

Bombenleger sind derzeit gefragt im Kino. In dem Film Explosiv durfte Oscar- Preistraeger Tommy Lee Jones die Stadt Boston terrorisieren, in Speed erpresst Dennis Hopper nun Los Angeles. Howard, der Name seines filmischen alter egos, hat den vollbesetzten Express-Lift im 32. Stock eines Wolkenkratzers blockiert. Seine Forderung: 3,7 Millionen Dollar, sonst werde er den Lift sprengen. Eine Spezialeinheit der Polizei macht den Sprengsatz ausfindig, kann ihn dennoch nicht entschaerfen. Die Insassen werden aus dem Lift befreit, der Gangster verfolgt und gestellt, kann aber nicht gefangengenommen werden.

Er flieht in einer fingierten Explosion, die einen verzweifelten Selbstmord vortaeuscht. Der Stoff, aus dem andere Regisseure einen ganzen Film gedreht haetten, dient Jan de Bont nur als praegnanter Prolog, in dem der Erpresser Howard und sein Gegenspieler Jack Traven (Keanu Reeves) in wenigen Minuten charakterisiert werden: Beide Maenner sind wortkarge Zyniker, gleichermassen verhärtet, stehen jedoch eher zufällig auf entgegengesetzten Seiten des Gesetzes.

Ohne vertiefende oder auflockernde Elemente wird die Handlung geradlinig vorangetrieben: Der Erpresser Howard meldet sich wieder und fordert die 3,7 Millionen Dollar, die ihm bei seinem vorangegangenen Erpressungsversuch entgangen waren. Diesmal hat er einen Linienbus mit einer Bombe präpariert, die detoniert, sobald der Bus die Geschwindigkeit von 50 mph (etwa 80 Stundenkilometer) unterschreitet.

Was nun folgt, erweist sich als atemberaubende Achterbahnfahrt ohne Längen oder dramaturgische Brüche. Im Gegensatz zu Camerons Action-Kracher True Lies gibt es in Speed keine ablenkende Nebenhandlung oder auflockernde Komik. Der Zuschauer wird durch immer neue Steigerungen an den Kinosessel gefesselt, die Spannung erbarmungslos die Höhe getrieben; auch die spektakulaeren Explosionen lösen die aufgestaute Spannung nicht.

Die mitreissende Wirkung wird durch einen simpel gestrickten Plot ermoeglicht, der ohne Ruecksicht auf innere Schluessigkeit auf permanente Hochspannung getrimmt wurde. Wer wollte einem perfekt funktionierenden Unterhaltungsfilm wie Speed fehlende Logik oder jene Anschlussfehler vorwerfen, von denen es nicht wenige gibt?

Trotz der geradezu primitiven Handlung sind die zwei Hauptdarsteller abweichend von den ueblichen Rollenklischees konzipiert: Annie, gespielt von Sandra Bullock, ist einer der im Bus eingeschlossenen Passagiere. Sie steuert den rasenden Bus und rettet durch ihr fahrerisches Können den uebrigen Insassen das Leben. Der Ueber-Cop Jack Traven rettet den Bus aus hoffnungslos erscheinenden Situationen, waehrend Annie die eigentliche Knochenarbeit leistet. Der weibliche Part ist überraschend stark, da er nicht allein als optisches Beiwerk dient, sondern echte Verantwortung trägt.

Jack Traven glaenzt dagegen durch starre Mimik und Schwaeche. Waehrend des Showdowns misslingt es ihm, Annie durch Ideenreichtum oder Koeperkraft zu befreien. Der maennliche Part zeigt an dieser Stelle Hilflosigkeit, die er ueberraschenderweise akzeptiert.

Speed ist perfektes, atemberaubendes Actionkino, das mit vergleichsweise moderaten finanziellen Mitteln optimale Wirkung erzielt. Als Antithese zu Schwarzeneggers True Lies beweist Speed, dass kompromisslose Hochspannung möglich ist, ohne moderne Waffentechnik und verharmlosten Massenmord abzufilmen.

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